Style & Skill I: Graffiti in Bochum

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Graffiti ist in seinem Wesen nichts Neues, vielmehr etwas Uraltes: Die grundlegende Praxis des Schreibens und Malens an Wänden, Felsen, Bäumen oder anderen Objekten lässt sich bereits bei den frühen Menschen finden. In seinem modernen Verständnis jedoch wird Graffiti für gewöhnlich als Element der HipHop-Kultur verstanden und folgt der gleichen Maxime: Es dreht sich alles um Style und Skill. Es gibt einige ungeschriebene Regeln innerhalb der Gemeinschaft, wie beispielsweise ein farbiges Bild nicht mit Chrom zu übermalen oder immer zu versuchen, ein besseres Bild als das vorherige zu erschaffen. In den Augen der meisten Menschen ist Graffiti – zumindest in seiner illegalen Erscheinungsform – mit Vandalismus gleichgestellt, daher halten sich Graffiti-Writer für gewöhnlich bedeckt, wenn es um ihre Aktionen geht. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Graffiti seine Untergrund-Attitüde bewahrt, auch aufgrund drohender Strafverfolgung. Die Gruppe der Eingeweihten bleibt überschaubar.

Spätestens seit den wegweisenden Filmen Wild Style und Style Wars aus dem Jahr 1983 scheint Graffiti unzertrennlich mit HipHop verbunden zu sein. Dennoch hat Graffiti seitdem auch andere (Sub-)Kulturen angezogen. Ein prominentes Beispiel in Bochum ist die Crew MLPT, deren großflächige und meist chromfarbenen Pieces in der ganzen Stadt gefunden werden können. MLPT steht dabei als Abkürzung für „Melting Pot,“ eine Gruppe antifaschistischer Fußballfans des VfL Bochum. Graffiti wird ebenfalls von der lokalen Antifa verwendet, so zeigen viele Wände in Bochum politische Slogans, Antifa-Throw-Ups oder das wohlbekannte „ACAB” [engl. für All Cops Are Bastards]. Graffiti ist somit nicht nur ein auf die HipHop-Kultur limitiertes Phänomen, sondern eine Art und Weise, urbanen Raum zu markieren und sich anzueignen, die von verschiedenen Szenen und Kulturen praktiziert wird.

In den vergangenen Jahren hat Graffiti zunehmend mehr Anerkennung als Kunstform erfahren, auch aufgrund der steigenden Popularität von Street Art. Viele Städte in Deutschland weisen mittlerweile ausgewählte Wände als Freiflächen aus, an denen Writer legal malen können – die „Halls of Fame.“ Dort ist Graffiti vollkommen legal und die Writer können sich alle Zeit nehmen, die sie für ihr Werk brauchen.

Auch in Bochum gibt es einige Halls of Fame. Sie sind, gemeinsam mit anderen wichtigen Punkten, in der folgenden Karte verzeichnet.

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One thought on “Style & Skill I: Graffiti in Bochum

  1. Pingback: Rap up: Hangout mit Meller | Mapping Hip Hop Culture in The Ruhr Area

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