Rapmusik in Essen boomt: Ein Interview mit 3Plusss und BudMH

Straßenrap als “Profilierungsmusik”

3pluss

Der Rapper 3Plusss. Foto: privat.

“Es ist sehr viel Straßenrap – das ist ja hier so das gängige Ding.” Für den Essener Rapper 3Plusss ist diese Musikrichtung mit die häufigste, die er aus vorbeifahrenden Autos in seiner Heimatstadt hört. Musiker wie Farid Bang, Kollegah oder Massiv sind hier gefragt. Besonders im Essener Norden, Altenessen, dem Stadtteil, in dem er aufgewachsen ist, werde diese Musik häufig gehört: „Viele Leute hören so eine Musik zum Ego-Pushen.” 3Plusss beschreibt die Rolle von Rapmusik in Essen als „Profilierungsmusik:“ Die Konsumenten fühlen sich “cool” dadurch und können sie träumen, selbst mal Musik zu produzieren.

Hörbar ist diese Art von Rapmusik beispielsweise in dem 2015 erschienen Song “Alemania Westside” (2015) der Essener Rapper PA Sports und Manuellsen. In diesem wird der Alltag in verschiedenen Essener Brennpunkten beschrieben und somit ein grundlegendes Lebensgefühl in der Stadt ausgedrückt. Dabei wird das lokale Zusammengehörigkeitsgefühl und die Bedeutung der Region immer wieder betont:

Egal wohin wir Reisen

Wir bleiben Zuhause auf der besten Seite

Und zwar auf der Westside, Baby

Reisen in die Ferne, doch tragen unsre Hood in unsren Herzen

Bleiben auf der Westside, Baby

Wir haben alles schon geseh’n, aber nichts davon ist so wie NRW

Auf der Westside, Baby

Die und die und die und die, ein Revier

(“Alemania Westside”)

Für 3Plusss selbst allerdings ging es beim Musikmachen eigentlich immer nur um den Spaß: „Grundsätzlich ist das einfach eine kreative Ausdrucksform der eigenen Persönlichkeit. HipHop ist ein Ventil, so wie Malen.“ Die Jahre 2008 und 2009, in denen er angefangen hat Rapmusik zu produzieren, beschreibt er als toten Punkt für den deutschen HipHop. Für ihn waren die ersten richtigen Pioniere Künstler wie Marteria oder Casper mit den Alben Zurück in die Zukunft (2010) oder XOXO (2011).

3Plusss’ Vorbilder aus Essen sind der Rapper und DJ BudMH und der Musiker Chaosallianz. Allerdings betont er auch, dass Essen eher eine der Pionierstädte für Graffiti war. Bestimmte Künstler konne er leider nicht nennen, weil viele Graffitis illegal gesprüht werden und es daher schwierig ist die Künstler namentlich zu nennen.

BudmH

Der Rapper BudMH. Foto: privat.

Hinsichtlich der Rapgenres sind sich die beiden Künstler 3Plusss und BudMH aber einig, denn auch für BudMH ist Streetrap die Richtung, die am häufigsten in Essen gehört wird. Bei dieser Art von Rapmusik benutzen die Emcees häufig Schimpfwörter. Außerdem werden im Streetrap Statussymbole, wie zum Beispiel schnelle und teure Autos, große Häuser und schöne Frauen, sehr häufig thematisiert.

BudMH erklärt die Popularität des Straßenrap-Genres im Ruhrgebiet:

Das ist nicht nur hier in Essen, sondern überall ziemlich auf einem aufsteigenden Ast beziehungsweise erlebt gerade einen ziemlich großen Hype. Da ist es in Essen auf jeden Fall auch so, dass es hier meiner Meinung nach ziemlich viele Straßenrapper gibt.

Außerdem spielt beim Straßenrap auch die soziale Stellung eine große Rolle. Straßenrap wird oft mit dem Essener Norden in Verbindung gebracht, weil dieses Viertel eher als eins der Ärmeren gilt. Hier ist dieses Musikgenre am weitesten verbreitet, weil die Jugendlichen einen geringen Bildungsstand haben und in ihrem privaten Leben genau so sprechen, wie es die Rapper es in ihren Texten tun. Außerdem macht ihnen diese Musik Mut, dass sie auch irgendwann berühmt sein könnten, auch wenn sie jetzt noch unbekannt und etwas ärmer sind, als die durchschnittliche Gesellschaft.

Die Essener HipHop Musik als “Mainstream”

Wofür Essen sonst so steht? Ich sag mal, für ehrlichen Ruhrpott-Rap. Da gibt es auf jeden Fall die ganzen Untergrundleute, die ich jetzt so kenne, die versuchen das ganze HipHop-Ding zu verkörpern und die leben das auch so.

Einer der Hotspots für die HipHop-Kultur in Essen, wo sich viele Untergrundrapper getroffen haben, war früher zum Beispiel die Veranstaltung Essen Original. Für BudMH war die HipHop-Bühne auf dem Fest eine feste Anlaufstelle und der Anfangspunkt seiner künstlerischen Karriere:

Das war das einzige Ding, wo sich so die HipHopper in Essen getroffen haben. Da hat man zwar immer noch nicht miteinander geredet, aber da waren alle auf einem Haufen.

Essen original

Essen Original (2015). Foto: privat.

Aufgrund einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen den Besuchern der HipHop-Bühne mussten sich die Künstler in den kommenden Jahren mit den Metal-Musikern eine Bühne teilen. Andere lokale Hotspots gab es seither in Essen nicht wirklich. Trotzdem ist es für BudMH immer noch “seit Jahren, unangefochten die Jugendkultur Nummer eins.” Das bezieht er nicht nur auf die Stadt Essen oder das Ruhrgebiet, sondern auf die Welt. HipHop bietet immer wieder Gesprächsstoff und in der heutigen Zeit erregen Rapper auch immer wieder Aufmerksamkeit durch sogenannte „Disstracks.“ 3Plusss beschreibt dieses Verhalten als „Beefkultur,“ womit er das gegenseitige musikalische Diffamieren zweier Rapper anspricht, das heutzutage gerade bei jungen Menschen Anklang findet.

Fazit

Unsere Interviews zeigen, dass Rapmusik in Essen ist hauptsächlich Straßenrap ist. Bekannte Künstler wie Sinan G, Favorite oder auch KC Rebell dominieren die Essener Musikszene mit ihren hartem Reimen und Beats. Dabei ist der Essener Norden als Zentrum der HipHop-Szene auszumachen. Dies steht im Zusammenhang mit der sozialen Benachteiligung des dortigen Stadtteils und deren jüngere Anwohner identifizieren sich deshalb eher mit dem Genre des Streetrap. HipHop in Essen fungiert somit offenbar vor allem als Identifikationsmittel für einen selbst, das darüber hinaus den Zusammenhalt eines Stadtteils oder gar einer ganzen Region, in diesem Fall des Ruhrgebietes, auszudrücken vermag.

ich habe hip hop nicht verstanden

“Ich habe HipHop nicht verstanden.” Hat 3Plusss HipHop wirklich nicht verstanden? Foto: privat.

Darüber hinaus ist festzustellen, dass Rapmusik in Essen nicht oder eher nicht mehr mit den anderen Bereichen der HipHop-Szene zusammenhängt, wie zum Beispiel Graffiti oder Breakdance. Eine Tendenz, dass Musiker gleichzeitig vermehrt sprayen oder auflegen gibt es nicht. In seinem 2014 erschienen Song „Ich habe HipHop nicht verstanden“ bringt 3Plusss auf ironische Art und Weise zum Ausdruck, dass man, im Gegensatz zur Meinung zahlreicher Rapper, um Hip Hopper zu sein sich nicht zwangsläufig mit der gesamten Szene identifizieren muss:

Ich habe nie gebreakt oder gedeejayt

Und bis auf Wella oder Axe auch nicht gesprayt

Ziemlich fake, ich besaß nie ein Tape

Und hatte besseres zu tun als zu ’nem Freestyle gehn’ Bitch

Ich bin in den 90ern gebor’n

Und war, als Torch gerappt hat, noch feucht hinter den Ohr’n

Ich will die Zeit von damals wirklich nicht bewerten

Doch hieß es nicht, dass das geil sein soll, dann würd ich es nicht merken.

(“Ich habe HipHop nicht verstanden”)

Man merkt hier, dass es 3Plusss bei seiner Musik offenbar nur um den Spaß ging. Er hatte es anfangs nicht darauf abgesehen, dass er berühmt damit wird, da er „besseres zutun hatte“ als bekannt zu werden und sich selbst zu verkaufen. Insgesamt ist für 3Plusss HipHop schon längst keine Randmusikrichtung mehr, auch in Essen nicht:

Hip Hop ist sehr wichtig in Essen, denke ich. Aber ich glaube, HipHop ist allgemein wichtig, das ist gar nicht so auf Essen bezogen. HipHop ist cool. HipHop ist angesagt. HipHop ist längst Mainstream. HipHop muss sich nicht mehr dem Mainstream beugen, sondern der Mainstream vielmehr dem Hip Hop.

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Graffiti-Geschichte in Essen: Kreative statt kriminelle Energie

Für unsere Nachforschungen zur Entwicklung der Graffiti-Szene in Essen haben wir mit lokalen Künstlern und Organisatoren gesprochen. Dabei haben wir herausgefunden, dass die Geschichte von Graffiti in Essen die Geschichte von Künstlern ist, die für die Akzeptanz und Institutionalisierung von Graffiti arbeiten.

Der Anfang

the Top nodge

David Hufschmidt (links) mit einem befreundeten Sprayer. Foto: privat.

Für den Grafikdesigner David Hufschmidt, der als Graffitikünstler auch als The Top Notch bekannt ist, ist klar, wo die Essener Graffiti-Szene gestartet hat. „Essen-Steele. Hier kommen die ersten Essener Sprayer her.“ Eine andere Meinung hat der Mülheimer Rapper, DJ und gelegentlicher Sprayer Bud MH. Für ihn liegt der Ursprung nicht nur in Steele, sondern generell entlang der S-Bahn-Strecke. Zum Zeitpunkt unseres Seminars konnten wir allerdings keine der beiden Aussagen näher verifizieren. Dies zeigt aber, dass die Anfänge von Graffiti in Essen umstritten sind.

erstes graffiti

Piece am Jugendzentrum: Das erste Essener Graffiti? Foto: privat.

Allerdings konnte uns The Top Notch noch mehr zu den ersten Graffiti-Pieces in Essen-Steele erzählen, die seinen eigenen Werdegang beeinflussten:

Einige der Grafitti aus den 1990ern gibt es teilweise sogar noch, zum Beispiel am Jugendzentrum am Hünninghausener Weg. Da steht sogar noch eine 1992 beim Graffiti an der Wand. Da war ich 13. Damals habe ich auch schon ein Auge dafür gehabt. Ich fand das völlig faszinierend und habe mich gefragt, was für Leute das sind, die eine ganze Wand so anmalen.

Von der Illegalität in die Legalität

The Top Notch fing dank seines Kunstlehrers auch mit Sprayen an. Schnell lernte er darüber Leute auch in anderen Städten des Ruhrgebiets und darüber hinaus kennen. Vor allem aber innerhalb von Essen und konkreter noch in Steele bildete sich für ihn ein Netzwerk aus Sprayern und Freunden. 2010 ergriffen sie dann die Initiative und wendeten sich an das Jugendamt der Stadt, um legale Freiflächen zum Sprayen zu schaffen:

Wir haben der Stadt Essen gesagt, dass wir Freiflächen brauchen, wo wir Bilder malen können, die auch mal länger stehen als eine Woche. Das Jugendamt hielt das für eine gute Idee und hat uns gefragt, welche Flächen wir wollen. Daraufhin sind wir durch ganz Essen gezogen mit ein paar Leuten und haben von attraktiven Flächen Fotos gemacht. Der Besitzer war in der Regel „Straßen NRW.“ Denen gehört fast jede Brücke, die irgendwie an einer Straße liegt. Bis die Genehmigungen von ihnen kamen, hat das dann noch einmal ein halbes Jahr etwa gedauert, aber dann stand das Freiflächenprojekt. Das Projekt wird mit Patenschaften betreut, unter anderem durch die Sprayer selber. Die Verwaltung selber liegt beim Jugendamt Essen, aber die Betreuung liegt bei uns.

Dank der Initiative von The Top Notch und den anderen Künstlern, die an der Realisierung des Freiflächenprojektes gearbeitet haben, gibt es nun mehr legale Angebote für Graffiti in Essen.

Gerd Dubiel

Gerd Dubiel vom Jugendamt Essen. Foto: privat.

Gerd Dubiel arbeitet beim Jugendamt Essen und ist dort für das Projekt verantwortlich. Laut seiner Einschätzung habe es vorher immer nur vereinzelt Graffiti-Projekte mit dem Jugendamt gegeben. Vorbild für das Freiflächen-Projekt sei Bochum gewesen, die als erste Ruhrgebietsstadt Freiflächen im größeren Stil freigegeben hat. Dann folgte Essen:

Theoretisch, konzeptionell steckt eben dahinter, dass wir vom Jugendamt der Meinung sind, dass so eine Großstadt wie Essen die Möglichkeit für junge Sprayer bieten muss, legal sprühen zu können. Und dahinter steckt dann halt auch so eine theoretische Annahme, dass da eher eine kreative statt eine kriminelle Energie hinter steht.

Dementsprechend hilft das Essener Jugendamt die kreative Energie von Jugendlichen zu kanalisieren, Jugendliche, die an Graffiti interessiert sind und sonst vielleicht Vandalismus betgangen hätten. Trotzdem haben illegale Graffitis laut The Top Notch seit 2010 trotzdem nicht nachgelassen.

Es gibt Leute wie uns, die Bock haben, den ganzen Tag an einer Wand zu stehen und sich vorher viel Gedanken dazu machen, was sie überhaupt sprayen. Es gibt aber auch genau die Leute, die genau das nicht wollen. Hauptsache Nervenkitzel.

Die Freifläche in Essen-Werden jedoch ist ein Beispiel dafür, dass nicht alle illegalen Graffitis nur Tags sind. Direkt gegenüber von der Freifläche ist ein aufwändiges, illegales Graffiti, auf dem verschiedene Tier- und Menschköpfe abgebildet sind.

Der Hafen dampft und sprüht: Internationale Graffiti-Kunst beim Hafendampf-Festival

Seit 2013 gehört zu der Essener Graffiti-Szene nun auch das jährlich stattfindende „Hafendampf-Festival.” Künstler innerhalb und außerhalb des Ruhrgebiets werden eingeladen, um ein Wochenende lang größere Wandbilder an verschiedenen Orten Essens zu erschaffen. Die Besucheranzahl stieg stetig in den letzten Jahren stetig an und Künstler aus der ganzen Welt nehmen inzwischen am Festival teil. Mit diesem Festival wird die Essener Graffiti-Szene nicht nur weiter dekriminalisiert, sondern auch zelebriert.

Graffiti heute
Wichtig für die Graffiti-Szene in Essen sind die Freiflächen, welche vom Jugendamt verwaltet und von Graffiti Künstlern betreut werden. Auffallend dabei ist, dass die Flächen zwar über die ganze Stadt verteilt sind, aber sich vor allem im Norden konzentrieren. Der Norden Essens ist tendenziell dichter besiedelt und ärmer, während der Süden reicher und weniger dicht besiedelt ist. Die Verteilung kann also daran liegen, dass sich an eher reicheren Wohnsiedlungen weniger Wände anbieten oder dass sich die Graffiti-Künstler eher im Norden der Stadt aufhalten.

Neben Autobahnbrücken sind die Freiflächen häufig an Jugend- oder Kulturzentren zu finden. Das scheint einen Trend in Essen widerzuspiegeln, Graffiti an Jugendzentren anzubinden. Das Weigle-Haus, welches von The Top Notch sowie dem Rapper BudMH erwähnt worden sind, ist ein Jugendzentrum. Das Jugendzentrum HüWeg, an dessen Wand sich das Graffiti von 1992 befindet, bietet bis heute wöchentlich Graffiti-Workshops an. Dementsprechend scheint Graffiti in Essen ein institutionalisiertes Freizeitangebot für Jugendliche zu sein.

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Graffiti-Kunst auf einer Freifläche in Essen-Kupferdreh. Foto: privat.

Fazit
Graffiti in Essen scheint in zwei Bereiche aufgeteilt zu sein: Künstlerische, aufwendigere Graffitis, und die Graffitis, die vor allem für den Nervenkitzel schnell irgendwo hingesprüht werden. Für die künstlerischen Graffitis gibt es inzwischen viele legale Freiflächen. Die Initiative, diese legalen Wege zu schaffen, ging vor allem von den Künstlern selber aus. Deren Erfolg bestand allerdings auch in der Kooperation mit den offiziellen Stellen der Stadt.

Die Praxis des Taggens hingegen scheint in Essen stark mit der eigenen Identifizierung und Territorialisierung verbunden zu sein. Tagger scheinen zeigen zu wollen, wo sie herkommen. Lokale, patriotische Tags sind in bestimmten Stadtteilen zu finden und propagieren Essen als Graffiti-Metropole Deutschlands.

Interessanterweise scheint es so, dass die anderen Dimensionen der HipHop-Kultur, wie z.B. DJing oder B-Boying, fast keinen Einfluss auf die Entwicklung von Graffiti in Essen gehabt haben. Weitere Bilder von Freiflächen und Graffitis in Essen findet ihr hier.

„Duisburg hat den Bronx-Touch“: Ein Interview mit Tomek

Duisburg ist eine dergrößten Städte des westlichen Ruhrgebiets und dabei auch eine Stadt, die stets zu kämpfen hat. Probleme wie Arbeitslosigkeit, Armut und Kriminalität sind an der Tagesordnung. Besonders das Leben der jüngeren Generation ist davon beeinträchtigt. Rapper, Erzieher und Sozialarbeiter, die wir während unserer Projekts trafen, zeigten sich bezüglich der Situation frustriert.

Dabei ermöglicht Hip Hop und besonders Rapmusik jungen Menschen einen Weg, ihre Sorgen, Ängste und Hoffnungen kundzutun. Durch Musik können sie ihre Gefühle, inneren Konflikte, Frustrationen, als auch gesellschafts- und politikbezogene Kritik äußern. HipHop eröffnet ihnen eine Perspektive.

Wie wir bei unserer Recherche erlebten, motiviert die Kultur junge Menschen, kreativ zu werden und etwas auf die Beine zu stellen.

Eine HipHop-Karte von Duisburg

Was Duisburg besonders macht, sind die zahlreichen Facetten, die die Stadt bietet. Im Rahmen unseres Projektes haben wir eine HipHop-Landkarte von Duisburg kreiert. Lerne die lokale Szene kennen, indem du durch unsere U-Bahn-Karte fährst, durch die du dir über die vielen Linien einen Überblick verschaffen kannst.

Grüne Linie = Rapper

Gelbe Linie = Soziale Arbeit

Blaue Linie = Clubs

Lila Linie = Headshop

Rote Linie = Graffiti

Hier gelangst du zu unserer HipHop-Landkarte von Duisburg.

Wir wünschen Dir eine gute Fahrt!

Rap Music in Essen is Booming: An Interview with 3Plusss and BudMH

Street Rap as Music to Distinguish Oneself

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The famous rapper 3Plusss from Essen. Photo: private.

Street rap – this ist the music which is heard most commonly,” the rapper 3Plusss claims in an interview about the music genre which he hears most frequently in car stereo systems in his hometown. Emcees like Farid Bang, Kollegah or Massiv are the most popular ones. Their genre of music is referred to gangster rap and they mostly rap about beautiful women, expensive cars, and about their version of the “American Dream” in Germany, that is to start from the bottom and work their way up. Especially in the north of Essen, in the neighborhood of Altenessen, in which 3Plusss grew up, this kind of music is the most popular one. “Many people here listen to this kind of music to push their ego,” he speculates. He describes the role of rap music in Essen as a way of to distinguish themselves from others. The music divides the people according to their educational backgrounds, but this is not applicable for everyone. But there is a tendency that people with a lower education rather listen to this kind of rap music, compared to people with higher education. The music is a way to get respect – not only as a person but also as a region. This kind of rap music represents the people in the Ruhr Area, a region which is known for its (lower) middle-class population and immigration history. Gangster rap is supposed to show people, that they can achieve their goals in life and that they can make good money and get rich, even if they are born in the Ruhr Area.

This idea is very well audible in the song “Alemania Westside” (2015) by the famous rappers Manuellsen and PA Sports. They rap about the everyday life in socially disadvantaged areas of Essen which is marked by a specific lifestyle: little money, many people from immigrant families, and suboptimal education opportunities. You can compare those neighborhoods to the Bronx. In doing so, the artists emphasize the local spirit and the important role of the Ruhr Area:

No matter where we go

we stay at home on the best side

which is westside, baby.

We travel far away still keeping our hood in our hearts

Staying on the west side, baby.

We have already seen everything but nothing is as great as NRW

At westside, baby.

This and that and that, one district.

“Alemania Westside” shows the local spirit in this area. Even if the Ruhr Area, the westside, is known as a poorer area, here are a lot of people who are extraordinary willing to work for their goals, which makes people proud. The people who are born and raised in the Ruhr Area have a strong connection to each other because the local pride is huge.

For 3Plusss, making music was just for fun: “Basically it is just a creative process to express your own personality. Hip Hop as an outlet, comparable to drawing.” The years in which he started to produce Hip Hop, 2008-2009, he describes as a dead spot for German rap music. For him, the first pioneers in rap music at this time were German artists like Marteria or Casper with their albums, Zum Glück in die Zukunft (Fortunately to Future, 2010) or XOXO (2011).

BudmH

The rap artist BudMH. Photo: private.

MC and DJ BudMh describes the emcee Chaosallianz as a local Hip Hop pioneer in Essen. However, he believes that Essen was mostly a pioneer city for graffiti. In terms of music genres in Essen, both BudMH and 3Plusss agree that gangster rap is the most common rap genre in Essen. They would suggest that this is simply connected to the poverty and the education policy in NRW.

For BudMH street rap is the most popular rap genre in the Ruhr Area:

It is not only like that in Essen, but anywhere in the Ruhr Area. Street rap just experiences a real hype in Germany and Essen is not excluded from this. In my opinion, there are a lot of street rappers here in Essen.

Street rap is mostly seen as a brutal rap genre and appears to be aggressive. As the rappers use a lot of verbal insults and symbolically fight against other artists, this genre has rather negative connotations. Furthermore, the geographical background plays a big role in street rap. Street rap is often connected to the north of Essen because it is known as the “inner city” of Essen where immigrants and poorer residents live. Street rap is for them a way to reflect on and escape their social problems. This is why this kind of music appears to be most common in the north of Essen.

Hip Hop in Essen as Mainstream Culture

What else does Essen represent? I would say it stands for Ruhrpott rap, which is honest. There are all the people in the underground, that I know of, who try to embody Hip Hop and who live like this.

(BudMH)

Essen original

Essen Originale 2015. Photo: private.

One of the Hip Hop hotspots in Essen, where all the underground rappers meet, is the Hip Hop stage at the music festival in Essen Essen Original, our interviewee MC BudMH explains. The festival is located in the city and artists from every musical genre perform their music on big stages. BudMH remembers how the Hip Hop stage was the starting point for his career as an emcee for him. Likewise, 3Plusss explains that this stage was an important location for him, too.

It was the only venue where rappers in Essen met. I mean, we still didn’t talk to each other, but we were all at the same time in the same place.

Because of a violent confrontation between visitors of this stage, the Hip Hop emcees had to share the stage with metal bands in the following year. Besides the festival, there were no other local Hip Hop hotspots after that. Still, BudMH considers Hip Hop the “unchallenged youth culture number one” as it offers many topics for conversations. Nowadays rappers even receive much attention through so-called “diss tracks.” 3Plusss describes this tendency as a “beef culture.” It describes a lyrical battle between two or more rappers. This kind of verbal fight is often shown in music videos via YouTube

Conclusion

Throughout this seminar, we interviewed different emcees and also officials, who work for the city Essen and deal with graffiti and the Hip Hop scene in their work life. Conducting our research, we noticed that one can not picture the whole landscape of rap in Essen. Therefore we specialized on the main rap genre: street rap or gangster rap.

The rap music in Essen seems to be dominated by street rap. Famous emcees like Sinan G, Favorite or KC Rebell dominate the local rap scene. The North of Essen serves as the center of Hip Hop culture in Essen. This is most likely related to the social background of this area as the poorer population might relate to this kind of music more easily, because they are experiencing the same living conditions as the rappers.

I am ghetto and I saw this shit.

Essens Number 1, Essen, Essens Number 1

(Sinan G “Essens Nr.1”)

In his lyrics you can see how emcee Sinan G describes Essen as a ghetto and that he went through all the bad things like poverty and crime. But now he made it and became famous by making music. Sinan G’s lyrics underline how Hip Hop in Essen functions mostly as a medium of identification which embodies the solidarity of a district, a milieu or even a whole area, The Ruhr Area in this case.

Our interview group also learned that rap music in Essen does not necessarily interact with  other disciplines of Hip Hop culture, like graffiti or beatboxing, anymore. There is no tendency of rappers’, who are at the same time DJ’s, sprayers or breakdancer, so the different elements of Hip Hop culture are not overlapping anymore.

I never breakdanced or DJ’ed

and other than Welle and Axe I never sprayed

quite fake, I never owned a tape

and I had better things to do than visiting a freestyle, bitch

I am born in the 90’s

and when Torch rapped I was a little child

I really do not want to rate this period of time

but if people would not say that is dope I would not think so

(3Plusss “Ich habe HipHop nicht verstanden”)

ich habe hip hop nicht verstanden

Did he really not understand Hip Hop? Photo: private.

In this paragraph of 3Plusss’ song “Ich habe Hip Hop nicht verstanden” (I have not understood Hip Hop), he explains that rapping does not necessarily intervene with the other disciplines of the Hip Hop scene. For him making rap music  was just a fun thing to do. He was never that into gaining popularity as. He says “[h]e had better things to do.” All in all, 3Plusss thinks that Hip Hop is no longer a small genre in Essen: 

Hip Hop is really important for Essen, I believe. But I think Hip Hop is generally important, not only in Essen. Hip Hop is cool, Hip Hop is hot. Hip Hop is mainstream. Hip Hop does not need to bow before the mainstream but the other way round.

This statement sums up, how strong and important Hip Hop is not only in Essen but in the whole world. Hip Hop has always been a way to express yourself and your feelings.

 

Hip Hop Culture in Essen: An Introduction

In the last decades, rap music has risen in one of the most popular music genres in Germany. Since the 1980s, Essen has been the hometown of many famous rappers such as the 257ers, Favorite, Sinan G, Manuellsen, 3Plusss and PA Sports. Those emcees are even popular outside of Essen. But they are only “the tip of the Hip-Hop iceberg in Essen.” There is even rumor within the scene that Essen might well be the Hip-Hop capital of the Ruhr Area.

In the project seminar Mapping Hip-Hop Culture: The Ruhr Area our group, represented by Fabienne Strohmer, Mariana Bittermann and Julian van Essen, dealt with the Hip Hop scene of Essen. As all of our group members are students of Applied Literary  and Cultural Studies in Dortmund, the topic of the course relates to our studies quite well.

During the period of our investigation, we spent a lot of time not only exploring rap music but also graffiti as another element of Hip Hop culture, in Essen. In order to do so, we conducted several interviews with sprayers and emcees focusing on the role of Hip Hop for the people trying to understand its local value in the Ruhr metropolis.