Hip Hop Institutionalized: The Haus der Jugend in Witten

The Haus der Jugend (House of Youth) is a youth center in Witten, were children and young people can participate in different kinds of rap and Hip Hop workshops. As Witten is one of many cites in the Ruhr Area where people from different cultural, racial, and ethnic backgrounds live, many projects, initiatives, and lyrics address racism, discrimination, sexism, tolerance, and equality. The government is aware of the issues and therefore promotes many projects and workshops.

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The Haus der Jugend at Nordstrasse 15, Witten.

Social worker Kostas Andrikopoulos who has been working at the Haus der Jugend since 1994 explained that Hip Hop workshops, for instance, have enjoyed quite some popularity. Even the local rapper Al Kareem, member of the Witten Untouchable Crew, is sometimes teaching workshops in the youth center.

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A Movie about the Haus der Jugend.

The Haus der Jugend was founded in 1970. When German-speaking rap music was commercially successful in the 1990s, the Haus der Jugend experienced its probably highest interest in rap music. At that time, Kostas told us, 95% of the kids coming to the youth center had a so-called migration background. In the course of its hype, crews like Sons of Gastarbeita (1994) and Creutzfeld & Jacob (1998) dominated the local rap scene. In their lyrics, they spoke out against racism and for equality.

In 2006, the concept of the youth center changed. Today it is part of a larger campaign  called Kulturrucksack NRW supported by the federal state of North Rhine – Westfalia. Each year the Department of Culture provides 3 Million Euros for various culture-related projects. Kulturrucksack is a subproject within the federal program “Toleranz fördern – Kompetenz stärken” (“Promoting Tolerance – Strengthening Competence”), initiated by the Federal Ministry of Family, Senior Citizens, Women and Youth which focuses on promoting democracy, preventing racism and discrimination as well as establishing mentoring programs for young people. Until 2014, the German government provided 24 Million Euros nationwide. Other local supporting facilities are the Landesarbeitsgemeinschaft Kulturpädagogische Dienste/ Jugendkunstschulen NRW e.V , the City of Witten, the youth centers Famous  and Werk-Stadt, and the Klangwelt-Studio.

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Rap Connection 2: This CD was created in the framework of “Toleranz fördern – Kompetenzen stärken” in 2013.

Despite offical efforts to support youth work, Kostas explained that the interest in rap music workshops has been declining over the past years. Yet Witten still has active participants who produce mainly socially and politically critical rap. In particular Sons of Gastarbeita initiated many projects and workshops, one of which was recently was uploaded on YouTube:

Sons of Gastarbeita “The Next Level – Equality” (2016)

As “The Next Level – Equality” shows, the initiatives provide an important space for young people to express their position and dissatisfaction in nonviolent and creative ways. Because these projects are funded by officals, the content and especially the language is sometimes censored.

Nevertheless, the fact that these projects are so well-promoted shows that Hip Hop culture, which includes graffiti as well as b-boying (breakdance), is no longer seen as an inferior culture by officials. Despite or because of these projects, Hip Hop has found its way into politics and is undergoing an enormous image change. It is now becoming an accepted, powerful, and respected media of voicing issues in the Witten, and ultimately, German society.

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Witten, HipHop und der Bunker: Die Geburtsstätte der lokalen HipHop-Szene

Witten, welches einst die kleinste Kleinstadt Deutschlands war, ist das zu Hause einer lebendigen HipHop Community, sie sich in den 1990er Jahren gegründet hatte und ihren Höhepunkt in den 2000er Jahren hatte.

Einer der Pioniere war Dike Uchegbu (alias DIKE). Dike startete 1993 seine Karriere und formierte die Band Reimwärts zusammen mit dem Rapper Daniel Marre (Terence Chill) und Paul Damera (Big P). Dike mietete sich einen Proberaum im alten Bunker in Witten-Annen und die Bunkerwelt war geboren. Der Bunker wurde zum Ort für ausgiebige HipHop Parties und Jam Sessions. Die Jam Sessions waren ein ganz besonderes Treffen für allerlei Rapper, Musiker und Künstler aus der sich formierenden HipHop-Szene, die bei den Jams ihre Skills unter Beweis stellen konnten. Obwohl der Bunker heute nicht mehr in Benutzung ist, ist es nach wie vor einer der wichtigsten Orte an dem die Geschichte des Raps in Witten begann.

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Bunkerwelt Witten. Foto: privat.

Unter all den Mitwirkenden der Szene waren die Crews Bruderschaft und das Duo Creutzfeldt & Jakob (C&J) bestehend aus Flipstar und Lakmann. Die Beats wurden zwar einfach auf einer Kassette gelooped, aber die Performances waren so populär, dass Dike, C&J und Bruderschaft viele Auftritte außerhalb von Witten und dem Ruhrgebiet hatten.

Im Interview mit HipHop.de erklärt Lakmann (C&J) seine ersten Schritte in der Wittener HipHop-Szene:

 

Mein Style war inspiriert von […] wenigen deutschen Rappern. Es waren mehr amerikanische Einflüsse, die wir hatten. Aber auch vor allem hatten wir keine deutschen Einflüsse, bis auf die RAG, Dike D., Reimwärts Jungs und die uns gezeigt haben wie man richtig rappt.-… wir wussten das ja auch nicht. Wir haben ja auch viele Style[s] und Techniken selber erlernt und heutzutage denke ich, da du so viele Leute auf YouTube sehen kannst, die schon tight rappen, kannst du dir auf jeden Fall eine Scheibe abschlagen. Oder du siehst von Anfang an, es ist einfacher und es gibt bestimmte Techniken – [einen] bestimmten Know–How, sag ich mal, den die Leute beherrschen. Viele Leute kommen zu dir und sagen Double Rhyme, Doppel Time, Triple Time und können alles, aber sind vielleicht unerfahrener, wenn es heißt one–take – straight vor der Kamera jetzt mal so einzurappen. […] Die Verfügbarkeit an Stilen und Techniken heute ist viel einfacher für Leute, die gerne neu ins Game kommen.

Lakman gibt in dem Interview einen vielseitigen Einblick in die Anfänge von den Jungs um Witten Untouchable, der HipHop-Szene und seine Ansichten über die HipHop-Kultur.So erzählt er, dass sie von ihrem ersten verdienten Geld sie die Möglichkeit hatten, endlich professionelle Musikausstattungen zu kaufen. Ebenso waren die gegenseitige Inspiration und der Support ausschlaggebend für den nachfolgenden Erfolg der Jungs. Jeder der Musiker featurte den Anderen in ihren Platten.

Im Lied “Bunkerwelt in Witten” (2000) rappen Creutzfeldt & Jakob über die Bunkerwelt und präsentieren jeden Künstler, der in der Arbeit der Bunkerwelt involviert ist.

Der Track “Spinne” stammt von der Zusammenarbeit mit Rappen wie Savas (Berlin), Curse (Minden/Köln) und Azad (Frankfurt/Main):

Diese überregionalen Kollaborationen stärkten die Position der Wittener Jungs innerhalb der deutschen Rapmusikzene: Witten wird die representative Nischenstadt für Untergrund-HipHop-Musik.

In den 1990er Jahren veranstaltete die Bunkerwelt zahlreiche Parties, Jam Sessions und Aufnahmesessions bis die Vermieter der Bunkerwelt genug von den ausgelassenen HipHop-Aktivitäten hatten. Im Jahr 2000 stiegen die Mietpreise so hoch, dass sich die Crew der Bunkerwelt kaum noch über Wasser halten konnte und gezwungen war, den Bunker aufzugeben.

Creutzfeldt & Jakob bauten daraufhin eine Garage zusammen mit dem Neuzuwachs Till Grönemeyer, dem Neffen von Herbert Grönemeyer, einem bedeutenden deutschen Singer-Songwriter, in ein Aufnahmestudio um. In diesem Studio hatten C&J eine sehr produktive Zeit. Nach einer Deutschland-Tour und einigen erfolgreichen Kollaborationen mit anderen Rapkünstlern haben C&J sich dem Untergrundlabel Put Da Needle To Da Record verschrieben. Mit der Firma haben sie ihr Debütalbum Gottes Wort und Creutzfeldts Beitrag (2000) herausgebracht, von dem mehr als 45.000 Exemplare verkauft worden sind.

Das musikalische Alleinstellungsmerkmal der Gruppe sind durchdringende und schwere Beats. Flipstars (aka. Philip Dammann) Rapstil ist sehr fließend, lässig und cool, Stylewalker (aka. Laki Polichronidis/Lakmann) hat im Gegensatz dazu einen einzigartigen Staccato-Stil, so dass beide in ihren Produktionen gut voneinander zu unterscheiden sind. 2001 hatten C&J musikalische Differenzen mit ihrem Musiklabel, so dass sie sich trennten. 2003 brachten sie ihr zweites Studioalbum heraus: Zwei Mann gegen den Rest.

Leider versprach das Album keinen großen Erfolg und das Duo um Flipstar und Stylewalker verfolgten neue Projekte: Flipstar studierte Medizin und arbeitet heute als Chirurg im Ruhrgebiet. Stylewalker gründetet mit Till Grönemeyer eine Booking-Agentur. C&J haben sich zwar nie offiziell getrennt, aber inzwischen hat Laki eine neue Crew mit Mees, Kareem und Rooq namens Witten Untouchable gegründet. Mit dieser Gruppe lässt Lakmann den Geist der Bunkerwelt von Witten wieder aufleben.

Neue Rapmusik aus Witten: Ein Portrait von Witten Untouchable

Zusammen mit seinen Peers Kareem und Mess gründete das Wittener Rap-Urgesteien Lakmann (Creutzfeld&Jakob) im Jahr 2013 eine neue musikalische Formatierung names Witten Untouchable. Die Mitglieder kommen allesamt aus Witten.

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Die Stadt spielt eine große Rolle in ihren Texten. Das Cover ihres ersten Studioalbums It was Witten (2013) zeigt ein verlassenes Wohnhaus und das Stadtwappen am oberen rechten Rand. Das Album nahmen sie mit Produzent Rooq auf. Rooq beschreibt in einem Interview mit einer Lokalzeitung den Musikstil als düster. Das Albumcover unterstützt diesen Eindruck:

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Albumcover: It was Witten (2013). Photo Credit: Facebook/wittenuntouchable.

Sie verarbeiten den Bezug zu ihrer Geburtsstätte auch in ihren Musikvideos. In dem Video zum Lied “Falsche Welt” vermitteln einen Eindruck von ihrer Stadt, von den Vierteln, in denen sie abhängen. In dem Beispiel fahren sie in ihren Videos mit ihrem Auto durch die Straßen der Stadt.

Im Interview mit der Journalistin Visa Vie erklärt Lakmann die Bedeutung für das Ruhrgebiet innerhalb der HipHop-Kultur:

[Die Zusammenarbeit mit Sido war] der größte Faktor der zu einer Blase geführt hat. Und ich denke, da wir oder ich, Untouchable oder Creutzfeld oder Lakmann immer kontinuierlich auf Jams im Ruhrpott oder in der ganzen Republik unterwegs sind… dass wir da so’ne ganz kleine Untergrund Basis erarbeitet haben. Die halt so’n kleines Flämmchen am lodern oder am kochen lässt. Dass man nicht immer medial ganz draußen ist, aber dass man schon am wenigsten von der Aufmerksamkeit kriegt. Aber, wenn man die Kräfte bündelt und, ich will nicht sagen, dass es der richtige Zeitpunkt war, aber wenn man dann so unerwartet aus dem nichts, mit ‘nem gewachsenen Ding […], bringt man egal wie lange man als Rapper im Game ist, ma’ ‘ne neue Seite ins Game.

Das Interview verdeutlicht, dass die Wittener HipHop-Szene eine beachtliche Fanbase in der Untergrundszene des Ruhrpotts und auch in Deutschland hat. Lakmann, Witten Untouchable und die Bunkerwelt sind Knotenpunkte in der Geschichte der Wittener HipHop-Kultur Orte, deren Höhepunkt sich Anfang der 2000er verorten lässt. In dieser Zeit haben die Rapper aus Witten mit bedeutenden Größen der deutschen Rapmusik-Szene, wie Kool Savas, Till Grönemeyer und Sido, zusammengearbeitet.

Die Gruppe thematisiert in ihren Texten den Auf- und Abstieg der deutschen HipHop-Szene und deren zunehmende Kommerzialisierung. In “Falsche Welt,” eine ihrer ersten Single Auskoppelungen, rappen sie über die korrupte und selbstsüchtige Welt. Schon in den ersten Zeilen des Liedes kritisiert Lakmann den Pandamaskenträger und selbsternannten King of Raop Cro:

Ich halt’ kurz and und denk nach, hat sich was verändert? Freier Fall ohne Fallschirm und fast am Ende. In der Tat meine Welt spiegelt fast das Selbe. Ich fall auf ohne Masken und Helme. Ist das der Fortschritt? Clowns anstatt Wortwitz? Und seit wann ist ein Pandabär Mordsshit? Wisst ihr wirklich was hier Vorsicht bedeutet? Wenn du recordest und doch nur Zeit vergeudest? Welche Szene ist down und supportet?

“Falsche Welt”

In diesen Zeilen treten Lakmanns Battle Rap-Fähigkeiten hervor. Prägnant für seine Sprechart ist zum einen der Inhalt und seine vorwärtsgetriebene Raptechnik. Battle lines, Flow und seine selbst geschriebenen Texte sind einprägsame Elemente für seine Musik. Seine Message liegt in den Lyrics selber und Zuhörer müssen genau zuhören, um die Musik und die Reime zu verstehen.

Der Rapstil von Witten Untouchable ist sehr clean und präzise; sie  wollen sich selbst und dem HipHop treu bleiben. Ihre Musik zeigt deutliche Referenzen zu den Anfängen des Deutschrap in den 1990er Jahren auf. Man findet keine Elemente des typisch aufgesetzten prolligen Raptextes á la Ich-bin-der-beste-Rapper-der-Welt-mit-Doppel-Reimen. Kareem erklärt den Style der Crew:

Die stetige Weiterentwicklung, die man einfach von Jam zu Jam erlebt, nicht nur halt in dem Aspekt, sondern, dass du einfach in dem Moment wo du auf der Bühne rappst – besser wirst mit jedem Auftritt. Sondern du wirst ja auch, wenn du nach Hause gehst, und diese ganzen Eindrücke, die du – so als Team ist es ja auch. Jeder in seinem eigenen Leben hat ja seinen eigenen Struggle […]. Aber, wenn du dann in dieser Gruppe zusammen bist, ist es wie ein Eintauchen in eine zweite Familie. Wo man dann total untereinander – alles von jedem weiß. Und diesen Rapper Aspekt total ausleben kann. Für diese kurze Zeit sich total in diesem Modus fühlen. Und, wenn du dann nach Hause gehst, dann nimmst du ganz viel Inspiration mit! Immer, wenn ich mit Mess und Laki im Studio war, […] wenn wir zusammen aufnehmen, ist es ein Hochtreiben gegenseitig. Sehr gesunde Competiton. Die uns alle zu Höchstleistung bringt. Und das ist wirklich – eine Weiterentwicklung von allen Beteiligten […] wenn man so was Gutes macht.

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In den besonders erfolgreichen Jahren 2013 und 2014 haben Witten Untouchable an diversen Festivals teilgenommen, wie zum Beispiel am Splash! Festival. Heutzutage treten sie auf anderen kleineren Rap-Festivals auf, wie Anfang des Jahres 2015 in Duisburg. Ihrer Musik wollen sie nach wie vor treu bleiben. Dies ist ein Grund weswegen die Jungs von anderen Musikern und Fans gefeiert werden. So hat Lakmann im Video “30-11-80” des Berliner Rappers Sido mitgewirkt, bei dem insgesamt 18 deutsche Rapper beteiligt waren. Hört rein und genießt es!

Gute Nachrichten für alle Fans und Bewunderer der Wittener Jungs: es war lange genug still um sie, aber Rooq hat auf seinem Twitter Account am 19. Juni 2016 verkündet, dass ein zweites Studioalbum in den Startlöchern steht:

“Untouchable II wird fuckin düster!”

Man kann gespannt sein und wir warten das Release Datum ab!

Mehr Infos über die Crew erfahrt ihr in diesem Video:

HipHop Institutionalisiert: Das Haus der Jugend in Witten

Das Haus der Jugend ist eine Kinder- und Jugendeinrichtung, die verschiedene Workshops und Projekte für Kinder und Jugendliche anbietet. Da Witten neben Bochum, Dortmund und Essen auch zu den Ballungsgebieten in NRW gehört, in dem eine Vielfalt an verschiedenen Kulturen und Ethnizitäten miteinander leben, beschäftigen sich die Projekte, Initiativen und Texte mit mit sozial kritischen Themen wie Rassismus, Diskriminierung, Toleranz, Gleichheit oder Sexismus .

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Das Haus der Jugend in der Nordstrasse 15 in Witten. Foto: privat.

Sozialarbeiter Kostas Andrikopoulos, der seit 1994 dort arbeitet, erzählt uns, dass die Workshops teilweise sehr beliebt bei den Jugendlichen sind. Dies zeigt sich unter anderem auch daran, dass sogar der Rapper Al Kareem, Mitglied der Witten Untouchable Crew, Workshops unterrichtet.

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Ein Film über das Haus der Jugend.

Die soziale Einrichtung wurde in den 1970er Jahren gegründet. Als in den 1990er Jahren der Deutschrap seinen kommerziellen Höhepunkt hatte, hat Witten einen echten Hype im Bezug auf Hip Hop und Rap Musik erlebt. Kostas erklärt uns, dass in dieser Zeit ca. 95% der Kinder und Jugendlichen die das Zentrum besuchten, aus Einwandererfamilien kamen. In diesem Zuge sind auch Crews wie Sons of Gastarbeita (1994) oder Creutzfeld & Jacob (1998) entstanden, die sich in ihren Songs gegen Rassismus und für Gleichheit aussprachen.

Im Jahr 2006 hat sich das Konzept des Jugendzentrums leicht geändert. Seit einigen Jahren nimmt die Jugendeinrichtung bei dem Projekt KulturRucksack teil, welches vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird. Jedes Jahr stellt das Kulturministerium rund 3 Millionen Euro zusätzlich für diverse kulturbezogene Projekte zur Verfügung. Das Ziel ist es, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen kostenreduziert kulturelle Angebote zu eröffnen. Das Kultur Rucksack – Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms “TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN” gefördert, welches vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt wird. Es gibt drei Kernaspekte des Programms, die sich der Demokratieentwicklung, dem Kampf gegen Rassismus und der Gründung von Mentorenprojekten widmen. Bis 2014 hat die Bundesregierung 24 Millionen Euro deutschlandweit für solche Programme zur Verfügung gestellt. Neben der Stadt Witten finden sich zum Beispiel auch folgende Träger die sich an lokalen Projekten beteiligen: Landesarbeitsgemeinschaft Kulturpädagogische Dienste/ Jugendkunstschulen NRW e.V , die Jugendclubs Famous und Werk-Stadt sowie das Klangwelt-Studio.

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Rap Connection 2: Diese CD wurde 2013 im Rhamen des Programms “Toleranz fördern – Kompetenzen stärken” veröffentlicht.

Trotz dieser Programme und Initiativen ist laut Kostas jedoch das Interesse an Rapmusik-Workshops in den letzten Jahren gesunken. Trotz allem findet man im Netz immer noch aktive Rapper die sich mit sozial-politischen und kritischen Themen auseinandersetzen. Vor allem die Formation Sons of Gastarbeita haben viele Projekte und Workshops initiiert, die man auch bei YouTube anschauen kann:

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Sons of Gastarbeita “The Next Level – Equality” (2016)

Wie das Lied “The Next Level – Equality” zeigt, werden die erwähnten Programme und Projekte stark gefördert, um den Jugendlichen eine gewaltfreie Möglichkeit zu schaffen, ihren Frust Ausdruck zu verleihen. Vielleicht sind die Texte bzw. die Ausdrucksweise zensiert, dennoch scheint HipHop hier seinen Weg in die Politik gefunden zu haben. Dadurch hat Hip Hop bzw. Rapmusik einen Imagewechsel durchwandert und scheint ein akzeptiertes Medium für Jugendliche zu sein, um sich gehör über die Probleme in der Wittener, und somit auch der deutschen Gesellschaft, zu verschaffen.

“My Hip Hop meeting point is my studio”: A Portait of M.I.K.I

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M.I.K.I, Foto: Romina Nowosatko.

Michél Puljic alias M.I.K.I is probably the most successful rapper from Herne. Born in Castrop-Rauxel, the 27-year-old rapper grew up in Herne-Börnig where he still lives today. Since 2013 he has been part of the Dortmund-based independent label Kopfnussmusik. In the same year, his first album Malochersohn entered German charts on the 94th place – quite high for an artist from the small city in the Ruhr Area.

With his music, M.I.K.I cobmines his three passions: soccer, rap, and the Ruhrpott. Hip Hop means to M.I.K.I more than just music as it “stands for expressing one’s opinion, also if it’s not that nice. Hip Hop stands for creativity, for many it is an outlet – for me as well.” For the whole-hearted local patroit, the Ruhr Area represents honesty, a down-to-earth attitude, and social cohesion. This can be seen in the track “Ruhrpott” which he recorded with Dortmunder artists Reece and Sonikk:

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Watch M.I.K.I on YouTube

M.I.K.I and Ruhrpott Rap: “The Hip Hop scene in Herne is almost dead”

M.I.K.I

M.I.K.I, Foto: Romina Nowosatko.

Many people who are part of the Hip Hop scene in Herne remark that there exists no networked scene in the town anymore. Especially Hip Hop music is often practiced in private apartments and spaces. Furthermore, it seems like the Hip Hop scene in Herne has been constantly shrinking in the last decades.

The Herne-based rapper M.I.K.I  confirms this thesis during our interview. The 27-year-old artist is very outspoken on this point: “The Hip Hop scene here is almost dead.” He comments that this has not always been the case: “When I was 16, 17 or 18 years old, there have been many rappers from Herne. The people who were making music [back then], but did not achieve anything, they lost their motivation. You get older and start a family. There were Lapaz and Urbanize in the past; he was the first rapper from Herne who made it into the charts. And there were Chillah & Goethe – that was rap from Herne.”

Today, only one or two active rappers from Herne come to his mind. One of them is Tatverdacht. Whereas Urbanize combines rap with singing, Tatverdacht is a so-called gangsta rapper. M.I.K.I distances himself from this popular subgenre of Hip Hop.

M.I.K.I thinks the downward trend of hip hop in Herne is a result of the shrinking numbers of active rappers. As an artist, he is less active in Herne than in Dortmund and other bigger cities of the Ruhr Area because his label Kopfnussmusik is located in Dortmund. Because he himself has less contacts to other artists from Herne, he might not be aware of emerging artists. A reason why he is increasingy peforming in larger cities is, for example, that there are more Hip Hop events supported. The city of Dortmund has a more vibrant scene than the city of Herne, for instance.

Rap Music in Herne: Lacking Public Spaces

M.I.K.I also confirms our thesis that there is a lack of public places where artists can practice Hip Hop. In 2011, M.I.K.I won the first prize in the Revierkönig (King of the Ruhr Area) competition at the Cranger Kirmes, one of the biggest public fairs in the state of North Rhine Westfalia which takes place in the Herne-Crange district every year. At the Revierkönig competition, several artists competed against each other and the one who got the most applause from the audience won. Since his victory at the fair, M.I.K.I has not been on stage in Herne again.

M.I.K.I continues that there have always been only few places where artists could listen to Hip Hop or freestyle together (freestyling means improvising texts). For example, he met his friends at the car park in front of his school when they were younger. Today, his meeting point for creating rap music is the studio of his label Kopfnussmusik. And for others? “There are certainly enough people celebrating and listening to Hip Hop.” Therefore, he stresses that it would be cool for young artists to have at least the opportunity to practice rap music and Hip Hop culture, for example, at jam sessions.

When he started rapping in 2007-2008, M.I.K.I produced some songs about Herne as well. He even dedicated a song to his district Herne-Börnig, “[b]ut during this time I made one track a day”, he adds. Unfortunately, none of his old songs about Herne are available on the Internet. Nowadays, none of his well-known songs centers on Herne. He points out that the town itself has no influence on his music anymore.

The emcee does not see himself in a particular genre of rap music. Some of his texts resemble so called message rap which he combines with his passion for the soccer club Borussia Dortmund (BVB). For example, he criticizes the pricing policy of the Bundesliga soccer clubs (the German soccer league). Other songs are more personal, address his own experiences, or that of his family.

M.I.K.I has mixed feelings towards his hometown: “I am proud to be from Herne,” he says. On the other side, he does not feel obliged to celebrate his hometown as other emcees often do: “Many people tell me that I would have to mention Herne more often, that I would have to represent the town. Well, Herne never gave me much either. Herne gave me my lousy school that I don’t like.”

The rapper dedicates himself and his art more intensely to the Ruhr Area or “Ruhrpott” with its industrial heritage and soccer culture. “I would say that I am more likely to call myself a ‘Ruhrpottler’ [somebody who comes from the Ruhr Area] than a ‘Herner’ [somebody who comes from Herne],” M.I.K.I explains. He recorded the song “Ruhrpott” in collaboration with the rappers Reece and Sonikk.

In “Ruhrpott,” they discuss what growing up in the Ruhr Area feels like, an area which is marked by structual change and a high unemployment rate. They rap about the values and traditions of the Ruhr Area but also criticize the social unequality in the region:

Ruhrpotter Asis, we have any reason to be proud here. [by calling themselves “Asis,” that is, antisocial, they appropriate a derogatory term used to describe poor people]

Coal and steel – millions of people, one dream. Worked without an end – lungs full of fine dust. That’s the Pott, where people are patriotic […] Ruhrgebiet, that’s the drug we are addicted to. Going to a Trinkhalle [a kiosk that sells alcohol that can be consumed in public space and part of the Ruhr Area’s culture], being exhausted from hard work. That’s tradition: Soccer and drinking a beer […]

That’s the Ruhrpott – where dreams are bursting, where friendships are growing. Where the air is full of dirt and the people are on schnapps. Yes here I grew up […] Where people are standing in front of the AG [jobcenter] with schnapps in their throats […] A wide range from upper class to lower class. Look, the high-ups are sticking with their kind.

In our project we investigated the interrelationship between rap music and space. We have come to the conclusion that there is little relationship between M.I.K.I’s music and his hometown Herne. Neither does he write lyrics about his hometown nor does it influence his music directly. However, the town and his social environment does indeed influence M.I.K.I.because he started rapping there.

As Herne is part of the Ruhr Area, it is the the Ruhr Area which leaves its most significant mark on him. M.I.K.I identifies himself both with the local dialect, the working-class culture, and with typical values such as honesty, a down-to-earth attitude, and social cohesion – values that the Hip Hop scene practices, communicates, and propagates as well. Interviewing M.I.K.I we ultimately learned that that Hip Hop in Herne is happening in a regional rather than in a local context.

Herne’s Agora: Is Anybody Out There?

Herne’s Hip Hop artists all share the belief that a missing network is the main reason why the Hip Hop scene is not visible in Herne’s cityscape. Because of this lack, the scene is forgotten in the perception of activists: “You always think you are the only rapper in Herne,” says Tim from the Hip Hop collective Agora. MC Verbal, Si2Dman and Hermes K. founded Agora in 2015 in order to establish an open platform in Herne. They want to connect Hip Hop activists and other artists and musicians to make visible what remains largely unseen at present. Similar to the rapper M.I.K.I and Zekai Fenerci, the artistic director of Pottporus, the artists problematize the fragmentation of the Hip Hop scene in Herne and the Ruhr Area. Though there are many local scenes, they coexist more or less isolated from each other.

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Der Bunker, Rehearsal and Performance Space of the Agora Collective (2016). Photo: Johanna Buderath.

According to the Agora activists, the missing visibility of Herne’s Hip Hop culture mainly comes from a lack of initiatives to support collaborations and to seek exchange between artists. Apart from that they stress the distinction between Hip Hop culture and rap music. In Hip Hop culture the community-thought is a guiding principle, which is also essential for the collective’s self-perception as Hip Hop activists. In their view, many rappers stick to themselves and thus would not pursue networking activities and participate in community events. Thus, the uniting factor of the different Hip Hop artists is not so much the local aspect, but the community-thought that goes beyond city borders.

No Place Despite Vacancy = No Scene Despite Community

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Emtpy Stores in Wanne-Eickel (2016). Photo: Johanna Buderath.

A flourishing Hip Hop scene needs locations, on one hand for its very creation and on the other hand for getting broader public attention. Especially in Wanne-Eickel, a structurally weak district in Herne, the severe vacancy is dominating the cityscape. Still, cultural venues for a younger audience are scarcely to be found. Dennis criticizes that the decision makers in Herne would pursue only economic interests. Urban development projects like the reconstruction of the old Karstadt building, which has been empty since 2014, into the New Höfe Herne, would only attract financially strong elites. Students’ and lower-class residents’ needs for affordable housing would not be taken into consideration. Consequently, there would be any influx of young people and the creative development of the city would stagnate: “Herne must be made more attractive to students and young people. Instead there are so little students based in Herne that nobody even thinks about opening a bar – where you could organize Hip Hop sessions.”

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Flottmann-Hallen (2016). Photo: Johanna Buderath.

The existing venues, stages and bars are mainly addressed at an older, more traditional audience or are dominated by rock music. This scene is better organized, has a higher visibility, and functioning networks which results in increasing rehearal room rentals such as the Flottmann-Hallen.

The Agora collective seeks to spread the idea of unity and wants to actively shape the cultural cityscape by encouraging collaboration and exchange.

Here you find more information on their project.

Locating Hip Hop Culture in Herne: A Visual Exploration

Herne Hip Hop History: Displacement from Public Space

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HipYo! Open Air, Wanne-Mitte (2016). Photo: POTTPORUS.

Back then you were allowed to dance on the streets, that’s not the case anymore. Concerning culture, Germany has recessed. Now, everything is controlled; you are not allowed to do anything on the streets, not even painting the ground with crayons.

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Zekai Fenerci is the founder of the officially-registered associatoin Pottporus. Pottporus, founded in 2007 and specializing in dance, signifies urbanity and street culture and combines those elements with established art forms. Fenerci, grown up in Wanne-Eickel, has been an active member of the local Hip Hop culture for many years and, therefore, has a comprehensive view of the scene in Herne. In our interview he talks about a development that, according to him, led to the situation today where there is no well-connected Hip Hop scene in Herne anymore.

A major aspect of this development is displacement: displacement from the streets and, hence, displacement of the culture. In the 1980s, when Fenerci saw the first breakers dancing in the city center of Wanne-Eickel in front of the Hertie and Karstadt department stores, Hip Hop was lived and celebrated on the streets. The fragmentation of the scene today might be owed to the fact that officials have increasingly restricted  the formation of youth groups in the city center.

I remember times when we as youths were not even allowed to stand around downtown. The police used to come and impose a ban on us. As a boy you couldn’t hang around with your buddies in the city. And then politics and the public wondered why it was you developed so negatively. Groups were emerging, always looking for places where you could meet up without attracting attention.

(Fenerci)

According to Fenerci, the approach of social policies also resulted in a shift of Hip Hop life from public space to more private spaces: By establishing so called Jugendhäuser (youth centers) it was ensured that youths gathered in a controlled environment; Hip Hop in Herne became domesticated. Today, the education/social policy makers continue this practice by initiating and fostering Hip Hop projects at schools. So, again, the idea of addressing and reaching young people is realized at the cost of the containment of Hip Hop within institutional structures. This instrumentalization, the cultural appropriation of Hip Hop by the authorities, could be one reason why Hip Hop culture nowadays does not develop and is not expressed freely in public.

In addition, the temporal limitation of Hip Hop-related projects is problematic, as Fenerci adds:

In my opinion, those school projects do not even put out the fire, on the contrary, they kindle it. When we do a project for a year and the kids like us and think we’re cool, it is problematic to just go [because funding is not extended] and leave them on their own again. Those young people would feel like being let down.

(Fenerci)

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Pottporus (2016). Photo: Johanna Buderath.

This ephemerality hinders the development of a scene, as does the missing interconnectedness between groups and initiatives in the Ruhr Area: a recurrent theme in our conversations with Hip Hop key players not only in Herne, but also in other cities in the Ruhr Area.

 

Hip Hop: A Matter of Give and Take

As far as Fenerci is concerned, Hip Hop can only live when you give something back; something he tries to do in his own way in the Pottporus project. This association provides a space for the scene. The HipYo! Festival, organized by the Junges Pottporus (Young Pottporus), is one example. The 4-day festival took place for the first time in the summer of 2016 and addresses children and young people from 4 to 18 years. Through games, workshops, and performances they get to know and try urban art forms – break dance, beat boxing, Hip Hop dance, graffiti, dance theater and street art. So, especially the Junges Pottporus and its festival and workshops – aimed at enliven public spaces – can offer young people the space to develop personally.

The reciprocal relationship between Hip Hop culture and place is clearly exemplified by the Pottporus in Herne and Zekai Fenerci:

Hip Hop cannot live if your hometown does not inspire you, it won’t work. If you have to go to another city to find inspiration, then it is not real, not authentic. […] That’s why I don’t mind living here in this piddling Wanne-Eickel. I could have moved anywhere with my work, but I have to say: Wanne-Eickel does inspire me, precisely because it is so crappy.

(Fenerci)

Hip Hop Herne: NOne Scene?

To get a picture of the Hip Hop culture in Herne, our group dealt with three Hip Hop key players: the Pottporus e.V., a community organization specializing in dance performances founded by Zekai Fenerci; the rapper M.I.K.I and the collective Agora. On the basis of our interviews we put forward the thesis that even though there are various individually active Hip Hop artists and agents, there is no comprehensive scene.

That does not imply that there is no Hip Hop culture in Herne at all but rather that there is hardly any networking between the various artists. While in the 1980s b-boys danced in the streets of Herne, the culture increasingly shifted from public space into more private spaces – also because of the politically-initiated displacement of young people from public places.

Apparently, as local Hip Hop artists are hardly connected, this impedes the development of a scene. Furthermore, there are hardly any platforms or public places in Herne which offer possibilities to shape and develop styles and performances. Even though the Hip Hop scene in Herne seems to have been shrinking during the last decades, there lies great potential in the existing projects: the Pottporus, for example, offers workshops for young people.

The ambitious collective Agora plans to expand the scene once again; for example, they want to use abandoned places or vacant salesrooms for Hip Hop events and, thus, offering the scene a new platform. This could be one possibility to work with structural change – caused by the deindustrialization of the Ruhr Area – and which benefits the Hip Hop culture. Therefore, it is possible that in the next few years the Hip Hop scene in Herne flourishes again.

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